YAESU FT736.
Inhaltsverzeichnis:
Betriebsdatenbeschreibung im Parameterblatt
Aktivierung der CAT – Steuerung
Frequenzänderung bei aktivierter CAT
Frequenzeinstellung mit dem Mausrad
Frequenzsteuerung mit der Tastatur
Frequenzsteuerung per Bildschirm
Wichtige Hinweise zur rechnergestützten Steuerung des FT736
Frequenzschrittweite für die Abstimmung
Eckfrequenzen der einzelnen Bänder
Aktivierung der CAT – Steuerung
Uplink und Downlink im selben Frequenzband (z.B. ISS)
Nur Uplink oder nur Downlink vorgegeben
Uplink und Downlink in unterschiedlichen Bändern.
Die Steuerung des FT736 ist nur mit HalloSat ab der Version 520 möglich, da noch einige zusätzliche Daten von HalloSat an die steuernde DLL übergeben werden müssen. Es ist wie folgt vorzugehen:
Abbildung 1 zeigt die Auswahl der DLL – Datei. Es ist die Datei „Yaesu_FT736_0106.dll“ gewählt. Nach der Auswahl der Datei ist die Nummer der COM – Schnittstelle vorzugeben, an die der FT736 über das Interface angeschlossen ist.
Die Felder unter „Adr“ (Abbildung 2) bleiben leer (Diese Felder sind nur bei Icom – Geräten von Bedeutung). Als Baudrate MUSS 4800 Baud ausgewählt werden, denn der FT736 kann nur diese Geschwindigkeit.
Mit diesen Vorgaben sind Gerät und Datenverbindung beschrieben.
Das Programm HalloSat bietet für jeden Satelliten die Möglichkeit, beliebig viele Parameterblätter einzurichten. Damit ist es möglich, für alle möglichen Modi eines Satelliten die Grundparameter festzulegen. Für den Betrieb wird nur der Satellit und das gewünschte Parameterblatt ausgewählt. Nach Klick auf die Taste „CAT on/off“ stellt HalloSat die vorgegebenen Daten für Sender und Empfänger ein. Abbildung 3 zeigt den für die CAT – Steuerung wichtigen Ausschnitt aus dem Parameterblatt für den SSB – Transponder des FO-29.

Bei den in Abbildung 3 vorgegebenen Daten ist zu beachten, dass nicht alle Vorgaben vom FT736 übernommen werden können, weil er z.B. über keinen Kompressor verfügt oder die Funktion „Preamp“ nicht fernbedienbar ist. Eventuelle Vorgaben führen nicht zu Fehlern, sondern werden ignoriert. Vorgaben der Frequenz und Modulationsart werden übernommen.
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Abbildung 4
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Bei der Betriebsart FM erscheint zusätzlich unter „Compressor“ noch „Subtone“. Bei den zurzeit aktiven FM - Satelliten ist ein Unterton während der Aussendung erforderlich. Hier kann jetzt die Frequenz des Untertones ausgewählt werden. Diese Funktion wird unterstützt, wenn der verwendete FT736 den Subtongenerator eingebaut hat. Für Geräte, die diese Funktion nicht haben, gibt es eine Software, die den Unterton unter Verwendung der Soundkarte erzeugt. Die Toneinspeisung kann über eine Anschaltung ans Mikrofon oder einen geeigneten anderen Anschluss erfolgen. Die Software kann kostenlos unter http://www.HalloSat.de aus dem Internet geladen werden.
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Sind die vorab beschriebenen Einstellungen vorgenommen worden, kann der Funkbetrieb beginnen. Dazu wird die Taste „CAT on/off“ im Fenster der Frequenzanzeige angeklickt. Sind alle Einstellungen richtig, so färbt sich der Hintergrund des Fensters grün ein (Abbildung 5). Der Transceiver schaltet auf Fernbedienung um, die Frequenzen sind jetzt eingestellt und werden, abhängig von der Dopplerverschiebung, geändert.

Die manuelle Bedienung des FT736 ist jetzt nicht mehr möglich.
Sollte die Umschaltung des FT736 in den CAT – Modus nicht erfolgen, dann wird HalloSat das nicht bemerken, denn der FT736 gibt KEINE Rückmeldungen. So ist es auch nicht möglich, Fehler im Interface oder bei dem Ablauf der Steuerung zu analysieren und entsprechend zu melden, wie das bei Icom – Geräten möglich ist. Nur die Funktion der COM – Schnittstelle selbst wird geprüft und im Fehlerfall gemeldet.
Ein erneuter Mausklick auf die Taste „CAT on/off“ schaltet die CAT – Steuerung aus. Der FT736 bestätigt das bei ordnungsgemäßer Funktion durch einen Piepton.
Bei SSB – Satelliten ist die genaue Einstellung auf die Empfangfrequenz einer Station erforderlich. Da das am FT736 nicht möglich ist, musste eine Möglichkeit der Einstellung geschaffen werden. Hier habe ich 3 Möglichkeiten der Frequenzeinstellung vorgesehen:
Bei den heute üblichen Computermäusen befindet sich zwischen den beiden Tasten ein Rad (Mausrad). Dieses Rad übernimmt bei aktivierter CAT – Steuerung die Funktion des Abstimmknopfes. Die Frequenzänderung selbst ist am Transceiver und auch auf dem Bildschirm zu erkennen. Um eine ausreichend genaue Einstellung der Frequenz zu ermöglichen, wird jedem Mausradimpuls ein Frequenzschritt bestimmter Größe zugewiesen. Diese Schrittweite ist aber für das Absuchen es gesamten Bandes zu gering. Wird parallel zur Betätigung des Mausrades die STRG – Taste (bei einigen Tastaturen CTRL) betätigt, dann vergrößert sich der Frequenzschritt um Faktor 5. Zur schnellen Abstimmung wird also einfach die STRG – Taste gedrückt und festgehalten, während das Mausrad bedient wird.
Beim ersten Start der Steuerung wird ein Frequenzschritt von 120 Hz vorgegeben. Dieser Wert erschien mir bei Versuchen als guter Kompromiss. Es ergibt sich dann bei der Grobabstimmung ein Frequenzschritt von 600 Hz. Erscheint der Frequenzschritt zu grob oder zu fein, dann kann er geändert werden. Wie das geschieht, wird weiter unten in diesem Dokument erklärt.
Bei der Aktivierung des CAT – Steuerung werden die Funktionstasten F1 bis F4 und F6 bis F11 auf die Frequenzsteuerung umgelenkt. Diese Tasten stehen während der Zeit der aktivierten Steuerung auch keinem anderen Programm mehr zur Verfügung! Dabei haben die Tasten folgende Bedeutung:
F6 = -1000 Hz
F7 = -200 Hz
F8 = -20 Hz
F9 = +20 Hz
F10 = +200 Hz
F11 = +1000 Hz
Ein kurzer Tipp auf die Taste führt zu einem entsprechenden Frequenzschritt. Wird die Taste festgehalten, so wiederholt sich der Frequenzschritt bei jedem Steuerungszyklus. Dabei ist die Wiederholgeschwindigkeit nicht von der Autorepeat Funktion der Tastatur abhängig, sondern nur von der Geschwindigkeit der Steuerung! Wovon die abhängt, erläutere ich weiter unten.
Bei einem SSB – Satelliten ist es erforderlich, die Sendefrequenz so einzustellen, dass man sich selbst mit korrekter Stimmlage zurück hört. Diese Einstellung ist bei HalloSat nur einmal erforderlich, dann stimmt sie mindestens für einen Durchgang, auch wenn die Empfangsfrequenz verändert wird. Diese Einstellung ist nur mit den Tasten F1 bis F4 möglich. Dabei ändert ein Tastendruck die Sendefrequenz – besser Kalibrierung – um:
F1 = -200 Hz
F2 = -20 Hz
F3 = +20 HZ
F4 = +200 Hz
Diese Werte sind im Gegensatz zu den Frequenzschritten des Mausrades nicht veränderbar.
Mit dem Schieber im Empfangsteil des Frequenzsteuerungsfensters kann ebenfalls die Empfangsfrequenz verändert werden. Diese Einstellung ist jedoch nur für die Anpassung der Empfangsfrequenz bei FM – Satelliten oder für einen größeren Frequenzsprung bei SSB – Satelliten geeignet.
Die Kalibrierung kann ebenfalls mit dem zugehörigen Schieber verändert werden. Dies sollte jedoch nur während der Sendung bei gleichzeitiger Kontrolle des Empfangssignals geschehen.
Da es einige Parameter für die Steuerung gibt, die bei einigen Geräten ggf. anders sind, als bei dem mir zur Verfügung stehenden Gerät und Benutzer möglicherweise andere Abstimmschritte haben wollen, sind verschiedene Parameter veränderbar. Dies geschieht über Einträge in einer INI – Datei mit dem Namen „FT736.ini“. Die Datei kann mit einem normalen Editor bearbeitet werden. Hier der Inhalt der Datei:
[FT736]
ShortDelay=3
LongDelay=200
KeyFree=1
FrequencyStepMultiplicator=6
Begin 6m=50000000
End 6m=54000000
Begin 2m=140000000
End 2m=154000000
Begin 70cm=430000000
End 70cm=440000000
Begin 23cm=1240000000
End 23cm=1300000000
WICHTIG:
Diese Datei ist erst nach der ersten Aktivierung der CAT – Steuerung vorhanden! Änderungen in dieser Datei dürfen nur vorgenommen werden, wenn die CAT – Steuerung ausgeschaltet ist!
Im Folgenden werde ich die Bedeutung der einzelnen Einträge erläutern.
Wie schon erwähnt, arbeitet der FT736 mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von 4800 Baud. Yaesu weist aber ausdrücklich darauf hin, dass zwischen den zu übertragenden Bytes Wartezeiten bis zu 200 msek erforderlich sind. Da jeder Befehl an den Transceiver aus 5 Bytes besteht, bedeutet das, dass die Übertragung eines Befehls eine Sekunde dauert. Wird also das Mausrad betätigt, so müssen die Empfangs- und die Sendefrequenz entsprechend verändert werden. Das setzt die Übertragung von 2 mal 5 Bytes voraus und entspricht so einer Zeit von 2 Sekunden. Diese Verzögerung ist für eine Transceiverabstimmung als Reaktionszeit auf eine Veränderung kaum tragbar.
Einige Versuche haben gezeigt, dass die Fernbedienung mit einer Wartezeit von 2 bis 3 msek in den Frequenzbereichen bis 440 MHz bereits funktioniert. Im 23 cm Band ist jedoch eine Wartezeit von ca. 180 msek erforderlich. Die Wartezeit wird deswegen abhängig von der zu steuernden Frequenz geändert. Da ich die Versuche nur an einem Gerät durchführen konnte, kann es natürlich sein, dass diese Zeiten bei einem anderen Gerät nicht gültig sind. Aus diesem Grunde sind die Zeiten über einen Eintrag in der INI – Datei zu verändern.
ShortDelay=3
LongDelay=200
„Shortdelay“ ist die Wartezeit für die Bänder 6 m, 2 m und 70 cm. Die Zahl hinter dem Namen ist die Zeit in Millisekunden.
„Longdelay“ ist die Wartezeit in Millisekunden für das 23 cm Band.
Wenn eine der Zeiten zu klein gewählt wird, dann kann es sein, dass der FT736 beim Abschalten der CAT – Steuerung nicht mehr in den manuellen Steuerungsbetrieb zurück schaltet. In diesem Falle hilft das AUS- und wieder EINschalten des FT736.
Die Abstimmung der Frequenz kann über Funktionstasten erfolgen. Sollte es erforderlich sein, die Funktion versuchsweise zu deaktivieren, dann kann das über den Eintrag erfolgen:
KeyFree=1
Die Funktionstasten sind frei geschaltet
KeyFree=0
Die Funktionstasten sind NICHT frei geschaltet
Bei NICHT freigegebenen Funktionstasten ist die Kalibrierung der Sendefrequenz nur per Schieber auf dem Bildschirm möglich! Aus diesem Grunde rate ich von dieser Einstellung ab!
Im Folgenden werde ich auf die Bestimmung der Frequenzschrittweite bei Bedienung mit dem Mausrad eingehen. Zur Verbesserung des allgemeinen Verständnisses vorab einige Erklärungen zur Verarbeitung der Mausradbewegung durch das Windows Betriebssystem:
Wird das Mausrad bewegt, so registriert Windows die Anzahl der Bewegungsimpulse (i.d.R. eins) und die Bewegungsrichtung. Wenn ein Anwendungsprogramm eine Ereignisbehandlungsroutine für Mausradmeldungen bei Windows angemeldet hat, dann wird dieses Anwendungsprogramm von Windows entsprechend informiert. Pro Mausradimpuls meldet Windows die Zahl 120 an das Anwendungsprogramm, das Vorzeichen dieser Zahl ist abhängig von der Richtung der Bewegung. Die Zahl 120 pro Schritt wurde vorgegeben, weil Microsoft bei der Entwicklung von Windows davon ausging, dass evtl. Mäuse entwickelt werden, die feinere Auflösungen haben. Ob es inzwischen solche Mäuse gibt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Um diesen Überlegungen gerecht zu werden, habe ich diesen Wert als Basis für die Bestimmung der Frequenzschrittweite vorgegeben. Dieser Wert wird durch 6 dividiert, das ergibt dann 20 Hz als Schrittweite. Sollte eine Maus zur Anwendung kommen, deren Auflösung besser ist als 120, dann ergibt sich ein entsprechend kleinerer Wert für den Frequenzschritt.
20 Hz, oder ggf. noch weniger, für einen Frequenzschritt pro Mausradimpuls ist aber für eine sinnvolle Abstimmung wieder zu klein. Aus diesem Grunde gibt es die Möglichkeit, diesen Schritt mit einem Faktor zu versehen. Dieser Faktor ist als
FrequencyStepMultiplicator=6
In die INI – Datei eingetragen. Wenn der jetzt aus diesem Faktor 6 resultierende Frequenzschritt von 120 Hz zu groß erscheint, dann kann er durch Änderung verkleinert werden. Faktor 5 ergibt also 100 Hz, Faktor 10 = 200 Hz Frequenzschritt pro Mausradimpuls. Diese Beispiele gehen immer von der Standardmaus aus, sollte die verwendete Maus, wie erwähnt, feiner auflösen, dann gilt ein entsprechend kleinerer Grundschritt der Frequenz.
Grundsätzlich gilt: Je größer der Zahlenwert, um so grober die Abstimmung.
Wird der Faktor negativ eingesetzt, dann dreht sich die Wirkungsrichtung des Mausrades um. Bei positivem Wert steigt die Frequenz wenn das Mausrad nach unten bewegt wird, bei negativem Wert steigt die Frequenz, wenn das Mausrad nach oben bewegt wird.
Die folgenden Einträge beschreiben die Eckfrequenzen der einzelnen Bänder des verwendeten Gerätes. Sollten die Eckfrequenzen des verwendeten Gerätes nicht den Vorgaben entsprechen, dann empfehle ich dringend, die Vorgaben den tatsächlichen Werten anzupassen. Hier die von mir eingetragenen Werte:
Begin 6m=50000000
End 6m=54000000
Begin 2m=140000000
End 2m=154000000
Begin 70cm=430000000
End 70cm=440000000
Begin 23cm=1240000000
End 23cm=1300000000
Wird die CAT – Steuerung aktiviert (Klick auf die Taste „CAT on/off“), dann wird der FT736 abhängig von den vorgegeben Frequenzen für Uplink und Downlink unterschiedlich Programmiert.
Da es der FT736 nicht gestattet, per CAT – Steuerung zwischen VFO A und VFO B zu wählen, wird der per Einstellung am Gerät aktivierte VFO verwendet. Die unterschiedlichen Frequenzen werden durch Veränderung der Ablage (Relaisablage) realisiert. Hier gestattet der FT736 nicht die gewünschte Frequenzauflösung, so dass es zu Abweichungen bis zu einem kHz kommen kann. Bei dieser Betriebsart liegt aber i.d.R. ein FM – Betrieb vor, so dass diese Abweichung nicht sehr stark ins Gewicht fällt.
Dieser Fall kommt recht selten vor, es sei denn, dass für Uplink und Downlink unterschiedliche Geräte verwendet werden. Bei Wettersatelliten wäre dieser Fall auch gegeben, den Frequenzbereich deckt aber der FT736 nicht ab. Die Steuerung erfolgt wie im vorhergehenden Punkt beschrieben, jedoch ohne die Ablage.
Dies dürfte der typische Anwendungsfall sein (z.B. SO-50, AO-51, FO-29 …). Die Steuerung schaltet hier in den Satellitenmode (auch Duplexmode genannt) um. Hier kann es bei der Aktivierung der CAT – Steuerung zu kurzen Wartezeiten kommen. Während der Zeit kann es sein, dass Frequenzbänder angewählt werden, die nichts mit den vorgegebenen Bändern zu tun haben. Das ist zwar nicht schön, aber leider unumgänglich. Die Ursache liegt darin begründet, dass es der FT736 nicht gestattet, z.B. die Empfangsfrequenz in denselben Frequenzbereich zu legen, in dem die Sendefrequenz programmiert ist. Hier ein Beispiel:
Von der vorhergehenden Anwendung ist der Satellitenmode noch so programmiert:
Empfangsfrequenz: 145,850 MHz
Sendefrequenz: 435,720 MHz
Jetzt soll wie folgt programmiert werden:
Empfangsfrequenz: 436,470 MHz
Sendefrequenz: 145,930 MHz
Es ist jetzt gleich, welche Frequenz man zuerst programmiert, der FT736 wird diese Einstellung nicht akzeptieren, da sie in den bereits belegten Frequenzbereich fällt. Da ein Auslesen der Einstellung nicht möglich ist, muss das Steuerprogramm mit einem speziellen Algorithmus einen Weg zur Lösung finden – der dauert aber leider ein wenig länger und führt über aktuell nicht verwendete Frequenzbereiche.